Verblendungstendenzen

Hier sind die hauptsächlichen Verblendungen aufgeführt, zu denen ein Mensch aufgrund der verschiedenen Strahleneinflüsse im voraus veranlagt ist (einschließlich der verschiedenen Arten von Maya und Illusion). Die Strahlenqualität bestimmt sowohl die Art der Verblendung oder der Illusion, der ein Mensch am ehesten unterliegt, als auch die besondere Verblendung, die er am leichtesten hervorruft. Jünger müssen unterscheiden lernen zwischen:
1. Verblendungen oder Verblendung, die bereits in seiner Umgebung vorhanden sind, zu denen er sich leicht hingezogen fühlt oder die er leicht anzieht, da sie seiner natürlichen Neigung entsprechen und er ihnen am wenigsten zu widerstehen vermag.
2. Verblendung, die er neu erschafft, weil er in sein Leben eine ganz bestimmte Anlage oder Ausrüstung mitgebracht hat, die gefärbt ist durch die Erfahrungen vergangener Inkarnationen und durch die Strahlenqualität, mit der er ins Leben trat.

 

Erster Strahl

Die Verblendung physischer Stärke.
Die Verblendung persönlicher Anziehungskraft.
Die Verblendung des Ich-Standpunktes und der persönlichen Macht.
Die Verblendung des „Einen im Mittelpunkt“.
Die Verblendung selbstsüchtigen, persönlichen Ehrgeizes.
Die Verblendung des Herrschens, der Diktatur und weitreichender Kontrolle.
Die Verblendung des Messias-Komplexes auf dem Gebiet der Politik.
Die Verblendung eines selbstsüchtigen Schicksalsbewußtseins, des Gottesgnadentums der Könige im Sinn eines persönlichen Rechtsanspruches.
Die Verblendung der Zerstörung.
Die Verblendung der Selbst-Isolierung, des Alleinseins, der Weltflucht.
Die Verblendung des - anderen Menschen oder Gruppen - aufgezwungenen Willens.

 

Zweiter Strahl

Die Verblendung der Liebebedürftigkeit.
Die Verblendung der Popularität.
Die Verblendung persönlicher Weisheit.
Die Verblendung eines selbstsüchtigen Verantwortungsgefühls.
Die Verblendung eines zu umfassenden Verstehens, das rechtes Handeln zunichte macht.
Die Verblendung der Selbstbemitleidung, die für diesen Strahl grundlegend ist.
Die Verblendung des Messiaskomplexes auf dem Gebiet der Religion und der Weltnot.
Die Verblendung der Furcht, die auf übermäßiger Empfindsamkeit beruht.
Die Verblendung der Selbstaufopferung.
Die Verblendung selbstsüchtiger Selbstlosigkeit.
Die Verblendung der Selbstzufriedenheit.
Die Verblendung selbstsüchtigen Dienstes.

 

Dritter Strahl

Die Verblendung der Geschäftigkeit.
Die Verblendung, mit dem großen Plan individuell und nicht mit einer Gruppe zusammen zu arbeiten.
Die Verblendung emsiger Plänemacherei.
Die Verblendung schöpferischer Arbeit ohne wahres Motiv.
Die Verblendung guter Absichten, die im Grunde selbstsüchtig sind.
Die Verblendung der „Spinne im Mittelpunkt“.
Die Verblendung des „Gottes in der Maschine“.
Die Verblendung abwegiger und fortgesetzter Manipulationen.
Die Verblendung der eigenen Bedeutung, vom Standpunkte des Wissens und der Tüchtigkeit.

 

Vierter Strahl

Die Verblendung der Harmonie, die nach persönlicher Behaglichkeit und Befriedigung trachtet.
Die Verblendung des Krieges.
Die Verblendung der Gegnerschaft, die Rechtschaffenheit und Frieden gewaltsam aufzuerlegen sucht.
Die Verblendung vager, künstlerischer Empfindung.
Die Verblendung psychischer Wahrnehmung anstelle von Intuition.
Die Verblendung musikalischen Empfindens.
Die Verblendung der Gegensatzpaare, im höheren Sinne.

 

Fünfter Strahl

Die Verblendung der Körperlichkeit oder der Überbetonung von Form.
Die Verblendung des Intellektes.
Die Verblendung des Wissens und der Definition.
Die Verblendung der festen Überzeugung, die auf Engstirnigkeit beruht.
Die Verblendung der Form, welche die Wirklichkeit verhüllt.
Die Verblendung der Organisation.
Die Verblendung des äußeren, welches das Innere verhüllt.

 

Sechster Strahl

Die Verblendung der verehrungsvollen Hingabe.
Die Verblendung der Anhänglichkeit an Formen und Personen.
Die Verblendung des Idealismus.
Die Verblendung der Gefolgstreue und der Glaubensbekenntnisse.
Die Verblendung der gefühlsmäßigen Reaktion.
Die Verblendung der Sentimentalität.
Die Verblendung der Einmischung.
Die Verblendung der niederen Gegensatzpaare.
Die Verblendung der Welterlöser und Weltlehrer.
Die Verblendung der engstirnigen Vision.
Die Verblendung des Fanatismus.

 

Siebter Strahl

Die Verblendung magischen Wirkens.
Die Verblendung der Beziehung zwischen den Gegenpolen.
Die Verblendung der unterirdischen Mächte.
Die Verblendung dessen, was zusammenbringt.
Die Verblendung des physischen Körpers.
Die Verblendung des Mysteriösen und des Geheimen.
Die Verblendung der Sexualmagie.
Die Verblendung der in der Manifestation zutage tretenden Kräfte.

 

Bevor die drei Träger der Manifestation gleichgeschaltet und in der Persönlichkeit integriert sind und bevor die Persönlichkeit sich gänzlich dem Einfluß des Seelenstrahls hingibt, gestaltet sich das Problem der Selbstanalyse höchst kompliziert. Vor diesem Entwicklungsstadium gilt:
1. Strahlen, die den Mentalkörper regieren sind: 1., 4., 5. Strahl.
2. Strahlen, die den Astralkörper regieren sind: 2., 6. Strahl.
3. Den physischen Körper regieren: 3., 7. Strahl.

 

Strahltypische Besonderheiten

Menschen, deren Persönlichkeitsstrahl oder deren Seelenstrahl der sechste ist, oder diejenigen mit stark ausgeprägtem sechststrahligen Astralkörper bemerken selten die Verblendungen, denen sie unterliegen. Es fällt außerordentlich schwer, den Aspiranten auf dem 6. Strahl zum Eingeständnis zu bewegen, daß er im Bann einer Verblendung steht, besonders dann, wenn es sich um eine Verblendung handelt, die geistige Merkmale trägt und ein sehr hohes Niveau hat. In diesem Fall wird die Verblendung durch die Energie der Hingabe gesteigert, die sie erhärtet und ihr eine Qualität verleiht, deren Durchdringung äußerst schwierig ist. Ihre vollendete Selbstüberzeugung ist ein ernsthaftes Hindernis.

Erststrahlige Menschen können Verblendung verhältnismäßig leicht überwinden, sobald sie diese als eine Beeinträchtigung ihrer Persönlichkeit erkennen.

Drittstrahlige Menschen sind dafür ebenso empfänglich, wie sechststrahlige und ihr weitschweifiges, verdrehendes und pläneschmiedendes Denken sowie die Schnelligkeit, mit der sie sich selbst täuschen können (und oftmals andere zu täuschen versuchen) behindert stark ihr Bestreben, mit Verblendungen aufzuräumen. Ihre ausgesprochene Tendenz, der Verblendung zum Opfer zu fallen, zeigt sich in der Unfähigkeit des drittstrahligen Aspiranten oder Jüngers, sich in klaren Worten verständlich auszudrücken. Er hat durch so viele Inkarnationen hindurch hinter gewundenen Formulierungen von Gedanken und Ideen Schutz gesucht und kann sich nur selten klar verständlich machen. Aus diesem Grund erweisen sich sechst- und drittstrahlige Menschen meistens als unfähige Lehrer.

Das Problem des Menschen auf dem 7. Strahl liegt in seiner Fähigkeit, außerordentlich klar umrissene Gedankenformen zu schaffen; die Verblendungen, die ihn beherrschen, sind daher scharf ausgeprägt, bestimmt und für ihn durchaus zwangsläufig. Sie kristallisieren jedoch sehr schnell und sterben von selbst.

Zweitstrahlige Aspiranten sind sich gewöhnlich jeder Verblendung voll bewußt, die sie etwa niederzuhalten sucht, denn sie besitzen eine angeborene Fähigkeit zu klarer Wahrnehmung. Ihr Problem besteht darin, daß sie die leichte Empfänglichkeit in sich ertöten müssen, mit der sie so schnell auf die magnetische Anziehung der Astralebene und deren vielfältige und weitverbreitete Verblendungen reagieren. Sie sind oft nicht so sehr für eine besondere, als vielmehr für alle Verblendungen empfänglich und zwar in einer Weise, die von verhältnismäßig kurzer Dauer ist, die aber nichtsdestoweniger ihren Fortschritt erheblich verzögert. Weil sie so klarsehend sind, kommt zu ihrer Empfänglichkeit für Verblendung die Neigung hinzu, darunter zu leiden und ihre Empfänglichkeit als eine Sünde und einen Mangel anzusehen; auf diese Weise verzögern sie ihre Befreiung davon durch eine negative Haltung, die auf Minderwertigkeit und Bedrängnis beruht.

Personen auf dem 5. Strahl leiden zwar am wenigsten unter Verblendung, sind aber hauptsächlich Opfer der Illusion; für sie ist die Technik der Gegenwärtigkeit von allergrößter Bedeutung, weil sie etwas mit sich bringt, was der ausgesprochen fünftstrahlige Mensch zu verleugnen und nicht zuzugeben geneigt ist, nämlich die Tatsache des Höheren Selbstes. Er ist sich selbst genügend. Solche Menschen reagieren daher leicht und mit Genugtuung auf die Macht des Denkens; Stolz auf die eigene mentale Leistungsfähigkeit ist ihre Gewohnheitssünde, sie halten daher hartnäckig an ihren Vorsätzen fest und beschäftigen sich ganz mit der Welt des Konkreten und des Intellektuellen. Sobald der Engel der Gegenwärtigkeit ihnen zur Wirklichkeit wird, verliert ihre Empfänglichkeit für Verblendung an Kraft und verschwindet. Ihr Hauptproblem besteht nicht so sehr in der Verneinung des Astralkörpers, denn sie neigen ohnehin dazu, dessen Anziehungskraft gering einzuschätzen, sondern ihre Hauptschwierigkeit liegt im Erkennen dessen, was das Denken zu enthüllen bestimmt ist - das göttliche, geistige Selbst. Ihr niederes, konkretes Denkvermögen bildet eine Schranke zwischen ihnen und der Vision.

Viertstrahlige Menschen unterliegen der Verblendung besonders leicht und geraten dadurch in eine äußerst schwierige Lage. Ihr Problem könnte ich vielleicht am besten wie folgt beschreiben: sie neigen dazu, ihre Illusion auf die Astralebene herunterzubringen und sie dort mit Verblendung zu umkleiden; dadurch bürden sie  sich ein doppeltes Problem auf; sie haben es mit einer Vereinigung von Verblendung und Illusion zu tun. Sie sind jedoch diejenige Gruppe von Seelen, die am Ende das wahre Wesen der Intuition enthüllen werden und zwar als Resultat ihres illusorischen Verblendungskampfes in der Erscheinungswelt.

 

Quelle: Alice A. Bailey/ Djwhal Khul in „Verblendung: ein Weltproblem“