Der Sinn des Lebens
Der Mensch sucht auf der relativen Ebene, dort wo Dinge erscheinen und sich wieder auflösen nach dem Sinn seines Lebens, das heißt, er denkt über das nach, was er sein Leben nennt, er sucht im Unstabilen Stabilität und im Vergänglichen das Unvergängliche, er sucht nach einem Ziel, nach einem Sinn.
Er versucht ständig die Leere der Egowelt mit Wissen und Erfahrungen zu füllen und hofft dadurch, Glück, Zufriedenheit und Sinnhaftigkeit zu finden, doch das gelingt nie. Es ist, wie wenn man draußen in der Sommerhitze ein Stück Eis in der Hand hält und verzweifelt nach Möglichkeiten und Strategien sucht um zu verhindern, daß es schmilzt. Dieses Suchen erschafft im Menschen ein Gefühl von Kontinuität, die Idee, daß das Leben weiter geht, doch hat das Leben überhaupt jemals begonnen?
Diese Rastlosigkeit macht es dem Menschen unmöglich, die Stille jenseits der Stille zu realisieren. Wir sollten nicht nach dem Sinn des Lebens suchen, sondern uns der Unwirklichkeit des Suchers gewahr werden, dann endet der Unsinn des Suchens.
Schau dich um, sieh die grenzenlose Schönheit des Hier-Seins, die grenzenlose Intelligenz im Bewußtseinsfeld des materiellen Universums, in dem sich durch komplexe Vorgänge Moleküle zu Menschen, Tieren, Landschaften, zu Luft und Wasser, Erde und Feuer formieren, zu dem was du bist. Die Art, wie wir hier auf diesem herrlichen Erdplaneten mit unzähligen Lebewesen in Gemeinschaft leben ist ein Wunder, und wo immer wir auch hinschauen, wir sehen immer und überall das sanfte Antlitz Gottes! Wer das realisiert, hört auf nach dem Sinn des Lebens zu suchen und ist in diesem So-Sein glücklich und zufrieden. Wer Stille ist, lebt aus dem Nicht-Tun, der Allkraft des ewigen Seins.
Mario Mantese im Interview - Elraanis Verlag 2005
Du suchst in der begrenzten Gehirnwelt nach dem Sinn deines Lebens und stellst dabei vieles in Frage. Nur das Ich selbst stellst du nicht in Frage, denn das Begrenzte ist dir vertraut und das Unbegrenzte nicht. In deiner Gehirnwelt hast du Himmel und höchste Höhen erreicht und bist in die dunkelsten Tiefen abgestiegen, doch nie hast du dabei die Relativität des erlebenden Ich in Frage gestellt.
Solange du in Ideen und Vorstellungen verfangen bist, kannst du dich nicht „ent-wickeln“ und den Unsinn der Sinnfrage durchschauen.
Wer erwacht, sucht nicht mehr nach Lösungen, sondern durchschaut das Ego, das verursachende Prinzip aller Probleme. Dadurch wird das Lösungssuchende erlöst.
Mario Mantese - Auszüge aus „Das, was du wirklich bist“