Liebe

… ist eine geistige, magisch wirkende Kraft, aus der alles Leben entspringt

Es ist hier nicht von einer nur menschlichen Empfindung oder Schwärmerei von Person zu Person oder von Personenanbetung die Rede, sondern von der Liebe Gottes im Menschen, die in allen Geschöpfen ihr eigenes göttliches Wesen erkennt; selbst wenn dasselbe nur im Keime enthalten oder verborgen ist.

Wer irgendein Geschöpf verehrt, als ob dieses alles wäre, der liebt einen Abgott und hat nicht die richtige Liebe; aber wer in jedem Geschöpfe die Allmacht des Schöpfers erkennt, der liebt ihn in jedem und mit ihm auch jedes Geschöpf. Ein solcher Mensch wird jedem Wesen Gerechtigkeit widerfahren lassen, und keines in seinen Rechten beeinträchtigen, oder ihm absichtlich schaden. Die Liebe Gottes ist unbeschränkt; sie schließt niemanden aus.

Gott ist die Liebe und Gerechtigkeit selbst, die keine Grenzen zieht, sondern, wie das Licht der Sonne, alle die sich ihm nahen, erleuchtet und erwärmt.
(Wer diese Liebe kennt, der wird nicht fragen, weshalb man niemanden hassen, die Tiere nicht töten und selbst das Pflanzenleben nicht mutwillig zerstören soll und dergleichen. Alle solche Fragen beantwortet die göttliche Liebe und innerliche Erkenntnis von selbst.)
Franz Hartmann in „Mysterien, Symbole und magisch wirkende Kräfte“

 

Liebe ist die Vollkommenheit des Bewußtseins. Liebe ist der letzte Sinn von allem, was uns umgibt. Sie ist nicht nur ein Gefühl; sie ist Wahrheit, sie ist die Freude, die die Wurzel aller Schöpfungen ist.
Rabindranath Tagore

 

O Liebe, reine, tiefe Liebe, sei hier, sei jetzt, sei alles;
Welten lösen sich auf in deine reine, makellose Strahlung.
Zarte, lebendige Blätter brennen heller in deinem Licht als alle kalten Sterne;
Laß mich dein Diener sein, dein Atem und dein Herz.
Dschelaleddin Rumi