Nichtbewußtsein ist Tod

Das Wort „Tod“ bedeutet nichts anderes, als das Aufhören der Tätigkeit des Lebens in einer Form und dessen Übergang in eine andere. Infolge dieses Wechsels wird die Form, aus welcher das Leben entflohen ist, zerstört. Das Leben selbst ist unerschaffen und ewig; die Formen sind dessen Erzeugnisse, aber nicht dessen Erzeuger. Das Entstehen einer Form erzeugt den Wahn, daß dieselbe ein vom Ganzen getrenntes besonderes Leben habe; das Aufhören der Erscheinung ist das Ende des Wahns, das Erwachen aus einem Traume zur Erkenntnis der Wahrheit.

Der Tod ist die Trennung des Unsterblichen vom Sterblichen, und das wahre Wesen des Menschen besteht in seinem Gottesbewußtsein. Solange seine Bewußtseinssphäre auf die Form beschränkt ist, in der er verkörpert lebt, so ist er auch mit dieser Form dem Tode, d. h. der Veränderung, unterworfen. Ist aber durch sein Eingehen in das wahre Bewußtsein sein individuelles Bewußtsein eins mit dem Gottesbewußtsein geworden, so ist er auch Eins mit Gott, unsterblich in ihm, und über Tod und Leben erhaben.

Das Leben ist Bewußtsein; der eigentliche Tod ist das Nichtbewußtsein. Solange wir die Wahrheit nicht erkennen und uns bloß des Scheins bewußt sind, leben wir auch nur im Schein und sind in bezug auf Wahrheit tot oder im Schlafe begriffen.

Anstatt den Tod zu fürchten, sollten wir vielmehr danach trachten, zum Bewußtsein des wahren Lebens zu erwachen, und der einzige Tod, den wir vermeiden sollten, ist das Vergessen des Daseins Gottes in uns.
Franz Hartmann in „Theophrastus Paracelsus von Hohenheim“

Wenn du im Moment des physischen Todes im inneren Nachtraum deine körperliche Hülle abstreifst und die innewohnenden schicksalsbestimmenden Kräfte weiterhin aktiv sind und weitervibrieren, dann vibriert das gesamte konzeptuelle Leben in einem scheinbar anderen Raum weiter, in einem Raum, den man das nichtphysische Jenseits nennt.
Der Durst nach Körperhaftem, der durch intensive Identifikation mit dem physischen Leib entsteht, ist die gestaltende Kraft, die im Jenseits wieder einen Körper projiziert, einen feinstofflichen Traumkörper. Doch auch hier wirkt das Gesetz von Ursache und Wirkung. Das bedeutet, was erscheint wird und muß wieder vergehen.
Der Körper im Diesseits und der Körper im Jenseits sind beide nichts als Spiegelungen, nichts als Traumerscheinungen im Bewußtsein.

Deshalb stirb, bevor du tot bist, und sei gewahr, daß Geburt und Tod nur den Körper betreffen und nicht dich! Füge dich ein in den Glanz des Allerschönsten und Allerherrlichsten und realisiere, was du wirklich bist.
Mario Mantese – Auszüge aus „Das, was du wirklich bist“